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Montag, 30. April 2012 / Nr. 100     Neue Luzerner Zeitung Neue Urner Zeitung Neue Schwyzer Zeitung Neue Obwaldner Zeitung Neue Nidwaldner Zeitung Neue Zuger Zeitung

35. Luzerner Stadtlauf


 

Der schnelle Landwirt aus Ebersecken

 

 

Senioren Zum fünften Mal in Serie stieg Walter Sidler in der Kategorie 1954–1962 auf das Podest.

 

Diesmal war es aber ein unerwarteter Spitzenrang – und die Freude dementsprechend gross.

 

Kurt Grüter
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Der Beruf des Landwirts ist anstrengend, sehr anstrengend  sogar. Je nach Jahreszeit ist harte Arbeit über viele Stunden draussen in der manchmal rauen Natur erforderlich. Auch die Tiernutzung auf einem Bauernhof beansprucht Zeit.

Walter Sidler, für einmal nicht in Laufschuhen, sondern als engagierter Landwirt zu Hause in Ebersecken.
Bilder Kurt Grüter

Deshalb sollte man eigentlich meinen, dass Landwirte am Abend körperlich müde sind. Im Gegensatz zu Menschen in Büros, die oftmals nach stundenlangemSitzen während der Arbeit in Fitnessstudios strömen, um sich dort körperlich auszutoben, vermutet man bei Bauern, dass sie den Abend etwas ruhiger angehen.

 

Regelmässige Abwechslung

Der Ebersecker Landwirt Walter Sidler (54), Inhaber eines Bauernhofes mit 17 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche in voralpinem Gelände, schmunzelt bei solchen Cliché-Vorstellungen.

 

«Ich spürte schnell,

dass ich über gute

Beine verfüge.»

Walter Sidler

Bleibt ein unvergessliches Erinnerungsstück: dieStartnummer des 34. Stadtlaufes.

     

«Früher war die Arbeit auf dem Hof sicher viel anstrengender. Dank der Maschinen ist jetzt aber einiges einfacher geworden, auch wenn die 20 Mutterkühe und 10 Mutterschafe mit ihren Jungen sowie das grosse hügelige Weideland von mir noch sehr viel Arbeit erfordern.» Dazu ist er an zwei Tagen in der Woche als Lieferant von Eintagesküken für einen Brütereibetrieb in Ohmstal in der ganzen Schweiz unterwegs. «Es ist bei uns Landwirten wie in jeder anderen Berufsgattung auch: Man braucht regelmässige Abwechslung vom Alltag.» Für ihn besteht diese aus durchschnittlich vier Laufeinheiten in der Woche, bei viel Arbeit auf dem Hof kann es auch mal weniger sein.

 

Berlin-Marathon zum Jubiläum

Walter Sidler war schon immer ein sportbegeisterter Zeitgenosse. Er stammt aus einer sportlichen Familie. Sein Bruder Beat beispielsweise ist in der Zentralschweiz ein anerkannter Handballfachmann. Egal ob Fussball, Handball oder Leichtathletik – Sport ist dem heute 54-Jährigen seit jeher wichtig. So lief er schon am Musegglauf mit, der Vorgängerveranstaltung des Luzerner Stadtlaufs. Während seine drei Kinder aufwuchsen, folgte eine sportlich eher ruhige Zeit.

Vor zehn Jahren begann er via Lauftreff Willisau wieder mit regelmässigen Laufeinheiten, und seit sieben Jahren bestreitet er mit der Männerriege Schötz auch Volksläufe. Zu seinem 50. Geburtstag bestritt er in Berlin seinen ersten Marathon. Ein Erlebnis, an das er heute noch gerne zurückdenkt. Doch es muss nicht unbedingt Berlin sein. In seiner engsten Heimat wird er mit idealen Laufwegen verwöhnt. «Laufen in unserer wunderschönen und vielfältigen Gegend ist einfach faszinierend», gerät er fast ins Schwärmen. «Sogar im Winter, wenn man das Eis unter den Füssen knirschen hört, ist Laufen eine grossartige Betätigung.»

 

Fünfter Podestplatz in Serie

Seine grosse Passion führt ihn regelmässig auch nach Luzern. So bestritt er vor fünf Jahren erstmals den Schnuppermarathon,dann den Halbmarathon und schliesslich in den letzten drei Jahren den Lucerne Marathon. Auch am kürzeren Luzerner Stadtlauf nimmt er regelmässig teil – und bekommt dabei leuchtende Augen. «Das ist ein wunderschöner Lauf. Die Atmosphäre in der Altstadt mit den Zigtausenden von Zuschauern ist einmalig. Wenn dann noch langsam die Nacht hereinbricht und die pfeilschnellen dunkelhäutigen Läufer aus Afrika ihre Runden drehen, zieht mich der Sog dieser Weltklasseathleten am Strassenrand fast mit.» Walter Sidler ist jedoch nicht nur ein begeisterter Zuschauer, sondern selber auch ein erfolgreicher Läufer. Seit 2008 stand er in der über 5,6 km laufenden Kategorie 29 (1953–1962) jedes Jahr auf dem Podest. 2008, 2010 und 2011 gewann er, 2009 wurde er Zweiter. Somit ging er am Samstag als Titelverteidiger an den Start – als skeptischer Titelverteidiger allerdings. «Neu starten in unserer Kategorie auch die Läufer mit Jahrgang 1962. Da hat es viele ganz schnelle Leute dabei, die nur schwer zu schlagen sein werden. Ein erneuter Podestplatz wäre fast ein Traum. Mit einer Rangierung unter den schnellsten sechs wäre ich sehr zufrieden.»

 

«Ein sensationeller Lauf»

Doch Walter Sidlers Skepsis erwies sich als unbegründet. Er lief erneut ein grossartiges Rennen, hatte seine schärfsten Konkurrenten immer im Blickfeld und musste sich im Ziel nur dem Oberkircher Guido Häfliger um zwei Sekunden geschlagen geben. Den drittplatzierten Altdorfer Max Huber distanzierte er um acht Sekunden. Im Auslauf strahlte der schnelle Landwirt aus Ebersecken übers ganze Gesicht. «Das war für mich ein sensationeller Lauf. Ich spürte schnell, dass ich über gute Beine verfüge. Trotzdem hätte ich nie gedacht, ganz vorne mithalten zu können. Mein Intervalltraining in den letzten Wochen hat sich offensichtlich bezahlt gemacht. Das ist für mich überwältigend.» Zusammen mit zwei Läufern des erwartet starken Jahrgangs 1962 durfte er aufs Podest steigen. Sein grosser Traum ging damit in Erfüllung. Das traditionelle Nachtessen mit seinen Schötzer Läuferkollegen im Anschluss an den Stadtlauf dürfte nach dieser starken Leistung wunderbar geschmeckt haben. Zeit, seinen fünften Podestplatz in Serie ausgiebig zu feiern, blieb aber nicht allzu viel. Schliesslich erwartete ihn am anderen Morgen bereits wieder seine Arbeit auf dem Hof; eine Arbeit, die ihm genauso viel Spass bereitet wie schnell zu laufen – und in Luzern aufs Podest zu steigen.

 

   

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